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Malteser Donau-Ries

Deutsch spielerisch und lebendig vermitteln

Malteser & VHS Donauwörth bieten ehrenamtlichen Sprachvermittlern qualifizierte Weiterbildung für effektiven Deutschunterricht von Flüchtlingen

12.10.2017

Einen erfolgreichen Auftakt zur zweiten Veranstaltungsreihe „Qualifizierung Ehrenamt im Flüchtlingswesen“ verbuchten die Malteser und die Volkshochschule Donauwörth e.V. mit dem Seminar für ehrenamtliche Sprachvermittler. Im Fokus der vor kurzem stattgefundenen Veranstaltung stand das „Sprach-Not-Arzt-Modell“, hinter dem eine spezielle Lehrtechnik und ein Bilder-System stecken. Die Teilnehmer erhielten Tipps und Tricks für die Gestaltung eines lebendigen Deutschunterrichts und Einblick in die Besonderheiten der interkulturellen Kommunikation.
   
„Sprach-Not-Arzt“-Modell

Das ganztägige Seminar mit Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Joachim Grzega, Leiter des Europäischen Hauses Pappenheim (EHP), bot eine qualifizierte Weiterbildung und Orientierungshilfe für die Gestaltung eines effektiven Deutschunterrichts für Flüchtlinge. Dafür stellte Grzega eine Lehrmethode vor, die er zusammen mit seinem Team entwickelt hat. „Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, Menschen die deutsche Sprache schnell und effektiv zu vermitteln“, erklärt Grzega. „Dafür haben wir das Konzept „Sprach-Not-Arzt“ entwickelt. In nur drei Tagen erlernen die Flüchtlinge Wörter und Grammatikbausteine für die wichtigsten Bereiche ihrer neuen Lebenssituation, zum Beispiel auf dem Amt, bei der Bank, beim Arzt oder in der Apotheke.“

Das Konzept ist auf verschiedene Sprachen übertragbar und besteht aus einer wissenschaftlich erprobten speziellen Lehrtechnik und einem ausgeklügelten Bilder-System. Die Bilder stellen Sätze, welche die Lernenden bauen sollen, oder Anweisungen für Dialoge dar. Diese Methode beruht auf Grzegas Konzept der Sprachworkout-Methode, die auch als „SprachFitnessStudio“ bekannt ist. Nach dem Intensivkurs für Sprachanfänger können die Lernenden dann an einem Aufbau- und Integrationskurs teilnehmen. 

Sprachunterricht erfolgreich planen und gestalten

Neben dem „Sprach-Not-Arzt-Modell“ behandelte das Seminar weitere Themen zur Sprachvermittlung für Flüchtlinge. „Bei der Unterrichtsgestaltung ist zunächst wichtig, die gewünschten Sprachziele zu definieren und Methoden zur Zielerreichung zu finden“, erklärt Grzega. Er zeigte Wege zu einer sinnvollen Strukturierung der Sprachvermittlung auf und verwies auf die Besonderheiten der interkulturellen Kommunikation.

Darüber hinaus lernten die Teilnehmer, Sprachvermittlung spielerisch-lebendig zu gestalten. „Sie erhielten wertvolle Tipps und Tricks, wie Unterricht mit Spaß erfolgreich gelingt“, ergänzt Mario Hecher von den Maltesern Donau-Ries. „Ein gegenseitiger Austausch war in einer Gesprächsrunde mit Fragen und Antworten zur eigenen Unterrichtspraxis möglich.“ Abschließend erhielten die Kursteilnehmer eine Handreichung für Lehrsituationen außerhalb des Klassenzimmers und Informationen zu neuen Lehrwerken, Medien sowie hilfreichen Internetadressen.

Veranstaltungshinweis

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Qualifizierung Ehrenamt im Flüchtlingswesen“ findet am 20. Oktober 2017 von 15-19 Uhr statt. In ihrem Vortrag informiert Dipl. Psych. Hanna Küstner-Nnetu, Psychologische Psychotherapeutin im Refugio in München, zum Thema „Fluchtfolgen: Ihre Auswirkung auf Familienstruktur und -dynamiken von Flüchtlingsfamilien“. Der Vortrag ist kostenlos. 

Weitere Infos und Kontakt 

Mario Hecher, Malteser Hilfsdienst e.V. Donau-Ries
Telefon: 0821 327 4975
E-Mail: mario.hecher(at)malteser(dot)org
Anmeldung unter: bit.ly/2oKSDQI 

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